Frauenherzen - Österreichischer Herzfonds

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Rund ums Herz


Frauenherzen schlagen anders...
Frisch verliebt nehmen wir es gerne wahr. Dieses Gefühl, als ob uns das Herz mit besonders viel Sauerstoff und Glückshormonen versorgt. Bisweilen schlägt uns das Herz bis zum Hals. Oder aus Anstrengung, weil wir unsere körperliche Fitness in letzter Zeit einem stressigen Alltag untergeordnet haben. Das leichte Druckgefühl ab und zu wird schon nichts Ernstes sein. Schon gar nicht als Frau. Herzschmerz kennt das weibliche Geschlecht doch bestenfalls bei Liebeskummer. Und einen Infarkt bekommen sowieso nur gestresste Manager über 40.

Die Wahrheit ist: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auch bei Frauen die Todesursache Nummer 1. Tendenz steigend. Auch wenn Frauen gegenüber den Männern einen großen Vorteil haben: Bis zum Klimakterium wird Frauen zwar statistisch gesehen öfter das Herz gebrochen. Trotzdem pumpt es danach unbeschadet weiter.

„Im fortpflanzungsfähigen Alter sind Frauen häufig durch Östrogene vor Herzerkrankungen geschützt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Konrad Steinbach, Mitbegründer und Ehrenpräsident des Österreichischen Herzfonds.
© Ferrante Pietro - Fotolia.com
Deshalb liegt der weibliche Altersgipfel bei Herzinfarkten bei 55 Jahren. Männer müssen schon ab 30 mit diesem einschneidendes Ereignis rechnen. Aber auch die weiblichen Hormone sind keine unbesiegbare Leibgarde. Immer mehr Raucherinnen sind bereits in jungen Jahren betroffen. Zufallsdiagnose Herzinfarkt.

Die Einnahme der Pille und erhöhte Cholesterinwerte im Blut multiplizieren zusätzlich das Risiko, schon vor der Menopause mit Herzproblemen im Spital zu landen. Dazu kommt, dass der Herzinfarkt bei Frauen in vielen Fällen rein zufällig diagnostiziert wird. Der Grund: Lange Zeit war die Kardiologie sehr männerorientiert. Bis zu 80 Prozent der Versuchspersonen bei vielen wissenschaftlichen Studien waren Männer, auch Herz-Medikamente wurden vornehmlich an männlichen Probanden getestet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse brachten die Wissenschaft natürlich weiter, passten aber vor allem in das Profil männlicher Herzpatienten. Diese Sicht hat sich Gott sei Dank gewandelt. Heute weiß man, dass zum Beispiel blutdrucksenkende Medikamente wie Betablocker bei Frauen doppelt so hohe Blutkonzentrationen erreichen wie bei Männern. Bei Frauen, die die Pille nehmen,steigt der Blutspiegel sogar auf das Dreifache. Die Folge können häufigere und stärkere Nebenwirkungen sein.Tatsache ist auch, dass sich ein Herzinfarkt bei Frauen subtiler äußern kann. "Während Männer oft über Schmerzen in den Armen klagen, in Schweiß ausbrechen und Todesangst empfinden, zeigt sich ein Herzinfarkt bei Frauen häufig mit unspezifischen Symptomen wie Bauch- oder Rückenschmerzen, Unwohlsein, Schwächegefühl, Atemnot oder Schwindelanfällen", erklärt Herzspezialist Steinbach.

Stress geht ans Herz:
Frauenherzen schlagen anders. Weil Herzinfarkte bei Frauen häufig später diagnostiziert werden, sinkt auch die Chance, diese gefährliche Situation zu überleben. Auslöser eines Infarktes ist meistens Arteriosklerose, eine entzündliche Veränderung der Blutgefäßwand. Deren innerste Schicht wird porös und Blutpartikel wie Fett, Kalk und Entzündungszellen können in sie eindringen und sich dort ansammeln. In der Folge verdickt sich die Gefäßwand so stark, dass der Blutstrom behindert wird. Wenn sich an dieser Engstelle dann Blutgerinnsel bilden, kann es zu einem vollkommenen Verschluss kommen. Handelt es sich bei dem verstopften Blutgefäß um eine der Koronararterien, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen, führt der Verschluss zwangsläufig zu einem Absterben dieses Areals und in der Folge zu einem Herzinfarkt. Daher gilt: Je rascher die richtige Behandlung einsetzt, desto mehr Herzmuskel kann gerettet werden. "Das ist der Grund, wieso man bei Frauen häufig einen Herzkatheter setzt, um das Blutgefäß freizubekommen", sagt Konrad Steinbach.

Die Risikofaktoren für Arteriosklerose sind bekannt: Neben Zigarettenkonsum, Bluthochdruck, familiärer Belastung und Diabetes zählen auch Übergewicht und Bewegungsmangel dazu. Übrigens gehen Stress und im Besonderen auch Beziehungsprobleme zusätzlich ans Herz, wie eine schwedische Studie beweist: Die Frauen, die über Stress in der Ehe klagten, hatten laut dieser Untersuchung ein dreifach höheres Risiko für Herzprobleme als Frauen in einer entspannten Beziehung. Fazit: Nehmen Sie sich die Launen des Partners weniger zu Herzen. Liebesquerelen kosten nur Ihre Energie, die Sie besser in Sport investieren.

Apropos Bewegung
Vorsorgliche Gesundheitschecks mit Belastungs-EKG bringen bei Frauen häufig falsche Befunde. Viele strampeln sich zwar am Fahrradergometer ordentlich ab, sind aber nicht fit genug, um jene Leistungswerte zu erreichen, die für eine richtige Interpretation notwendig sind. "25 bis 30 Prozent der EKG-Ergebnisse sind falsch und führen eigentlich nur zu einer Verunsicherung der Frauen", betont Steinbach.

Die bessere Prophylaxe: Nehmen Sie als gesundheitsbewusste Frau Ihr persönliches Herzinfarktrisiko ernst und machen Sie den Herz-Risikocheck des Österreichischen Herzfonds. Sie erhalten Ihr persönliches Risikoprofil sowie Tipps für ein gesundes Herz.



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