MR & Schrittmacher - Österreichischer Herzfonds

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Rund ums Herz


MR-taugliche Schrittmacher

Das Herz eines Menschen schlägt zwischen 60 und 100 Mal pro Minute: Wird diese Frequenz unterschritten, kann es zu andauernder Müdigkeit, Kraftlosigkeit aber auch zu Bewusstlosigkeit und lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Ein implantierter Schrittmacher kann dann helfen, die Herzfrequenz in der notwendigen Höhe zu halten, so der Kardiologe OA Dr. Johannes Koch vom Wiener Wilhelminenspital.

"Ein Schrittmacher ist ein batteriebetriebenes elektrisches Gerät, dass die Herztätigkeit kontinuierlich überwacht und den Herzpuls registriert. Sollte die Herzfrequenz zu langsam werden bzw. abfallen, wird das Herz durch den Schrittmacher angeregt und er sorgt so für einen normalen Herzpuls."

OA Dr. Michael Nürnberg, Oberarzt an der Kardiologie im Wilhelminenspital: "Es ist ein einfacherer und kleiner Eingriff mit einer großen Wirkung. Durch die Kleinheit der jetzigen Geräte, wird eine Implantation oder Operation mit lokaler Vereisung, das heißt ohne Narkose, durchgeführt.
 In der Regel wird ein Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeins, entweder rechts oder auf der linken Seite (prinzipiell sind beide Seiten möglich) eingebaut. Man kann während der Operation immer mit dem Patienten Kontakt halten und mit ihm reden. Daran sieht man, dass dies wirklich ein minimaler invasiver Eingriff geworden ist." Die Lebensdauer eines Schrittmachers beträgt ca. 12 Jahre. Er wird meist von älteren Menschen benötigt, in Ausnahmefällen aber auch von jüngeren. Wie im Fall von Frau Mag. Müller aus Wien, die bereits mit 3 Jahren ihren ersten Herzschrittmacher bekommen hat.

Mag. Müller: "Meine Geburt hat über 30 Stunden gedauert. Da meine Mutter auf der linken Seite lag, wurden meine Herztöne zeitweise langsamer. Dies könnte ein möglicher Grund sein. Mit 1 ½ Jahren hatte ich eine sehr starke Lungenentzündung, die man sehr spät diagnostiziert hat. Vielleicht hat das das Herz geschädigt."

Der Schrittmacher hat Frau Mag. Müller ein normales Heranwachsen ermöglicht und gewährleistet ihr heute eine gute Lebensqualität.
Mag. Müller: "Die Dinge die ich machen möchte kann ich machen, Leistungssportlerin wollte ich sowieso nicht werden und auch sonst geht es mir sehr gut."

Ein großes Thema bei Schrittmachern war bisher die Magnetresonanz-Tauglichkeit. Denn ist eine MR-Untersuchung nötig, muss die Schrittmacherfunktion aufgrund des hohen Magnetfeldes deaktiviert werden.

OA Dr. Michael Nürnberg: "Die neueste Entwicklung ist, sowohl die Sonden als auch die Geräte vor diesen großen Magneteinflüssen zu schützen. Mussten Schrittmacher bis vor kurzem vom Kardiologen extra deaktiviert werden, so gibt es bei den neuen Gerätemodellen eine Aktivator-Funktion. Die Umprogrammierung kann mit einem kleinen Aktivator durchgeführt werden. Direkt vor der Untersuchung wird durch Auflage dieses Aktivators auf den Schrittmacher diese spezielle Funktion eingeschaltet und nach der Untersuchung die ursprüngliche Funktion durch den Aktivator wieder hergestellt. Der große Vorteil daran ist, dass sowohl der Aufwand, als auch die zeitliche Spanne der Deaktivierung bei einer MR Untersuchung, gering sind."



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