Allerheiligen 2018 - Österreichischer Herzfonds

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Erinnerung an Testamentsspender 2018


Testamentsspenden für immer mehr Österreicher ein Thema
Gemeinnützige Organisationen der Initiative Vergissmeinnicht gedachten am Wiener Friedhof Südwest gemeinsam ihrer Testamentsspender.
 
 
Mit rund 60 Millionen Euro in Form von Testamentsspenden haben die Österreicher gemeinnützige Organisationen im Vorjahr unterstützt. Eine neue Umfrage des market Instituts zeigt, dass bereits 76% der Österreicher über 40 wissen, dass man auch gemeinnützige Organisationen im Nachlass berücksichtigen kann. In Wien und Salzburg ist die Bereitschaft eine gemeinnützige Organisation im Testament zu bedenken am höchsten. Seit 2012 informiert „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ über die Möglichkeit eines Vermächtnisses für den guten Zweck. Am 30. Oktober 2018 sagten die Vergissmeinnicht-Mitglieder am Wiener Friedhof Südwest gemeinsam Danke und gedachten ihrer Testamentsspender.
„Vergissmeinnicht “ vereint 78 österreichische gemeinnützige Organisationen. Um das Informationsbedürfnis zum Thema Testament und Erben zu bedienen, informiert Vergissmeinnicht seit 2012 in neutraler Form über die Wichtigkeit einer Testamentserstellung und die Möglichkeit, im Testament neben Angehörigen auch eine gemeinnützige Organisation zu berücksichtigen. Dahinter steht die gemeinsame Überzeugung, dass man mit einem Vermächtnis für den gemeinnützigen Zweck über das Leben hinaus Gutes tun kann.

„Da nur 30% der Menschen über 40 hierzulande ein Testament verfasst haben, ist uns die Aufklärungsarbeit über die Wichtigkeit eines Testaments ein besonderes Anliegen.“, betont Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands und Initiator von Vergissmeinnicht. Liegt kein Testament vor und sind auch keine gesetzlichen Erben vorhanden, fällt die Erbschaft automatisch an den Staat (2012-2015 über 12 Mio. Euro). „Mit einem Vermächtnis für den guten Zweck kann nicht nur selbst bestimmt werden, was mit dem eigenen Vermögen nach dem Ableben geschieht, es eröffnet auch die außergewöhnliche Möglichkeit, Anliegen, die einem schon immer wichtig waren, über das eigene Leben hinaus zu unterstützen.“, so Lutschinger.

Unterschiede in den Bundesländern und Informationsbedarf beim Thema Erben
Eine in Kooperation mit der Österreichischen Notariatskammer durchgeführte Meinungsumfrage zeigt, dass sich 13% der ÖsterreicherInnen ein Vermächtnis für den guten Zweck vorstellen können. 1% hat schon ein Testament zugunsten einer gemeinnützigen Organisation gemacht. Bei Personen ohne Kinder ist die Bereitschaft wesentlich höher: 21% können es sich vorstellen, 3% haben bereits ein gemeinnütziges Testament gemacht.

Insgesamt ist der Informationsbedarf beim Thema Erben hierzulande groß: Nur 30% der Bevölkerung über 40 Jahren hat bereits ein Testament gemacht. Die wenigsten wissen über die rechtlichen Rahmenbedingungen seit der Einführung des neuen Erbrechts 2017 Bescheid. Ein Testament hat man am häufigsten in Oberösterreich (42%), am seltensten in Tirol (16%). Den TirolerInnen ist das Thema Testament auch gemeinsam mit den BurgenländerInnen am unangenehmsten.

Das Interesse an einer Testamentsspende ist in Wien (22% im Vergleich zu 13% Österreichweit) und Salzburg am größten, am niedrigsten in Vorarlberg. Der Wissensstand um die Möglichkeit einer Testamentsspende ist in Wien am größten (82% der Bevölkerung ab 40 Jahre). Besonders hoch ist die Bereitschaft in den Städten, vergleichsweise gering hingegen im ländlichen Raum. Bei der Testamentserstellung ist der Notar in ganz Österreich erster Ansprechpartner. In Wien verlässt man sich am häufigsten auf die gesetzlichen Regelungen.

Gute Gründe für ein Testament
47% der Befragten geben an, durch ein Testament „ein gutes Gefühl der Ordnung“ zu haben, 41% möchten durch die Regelung des Nachlasses Streit unter den Angehörigen vermeiden und 40% wollen, dass die Aufteilung des Nachlasses nicht dem Zufall überlassen wird.
Für ein gemeinnütziges Testament spricht bei den Befragten mit 47% vor allem der Wunsch, über das eigene Leben hinaus etwas Gutes zu tun. Bei kinderlosen Personen liegt dieser Wert sogar bei 67%.
Insgesamt liegen den TestamentsspenderInnen Tier- und Umweltschutz sowie Hilfe für Kinder und Jugendliche besonders am Herzen. 39% der ÖsterreicherInnen können sich ein Legat aufgrund des persönlichen Bezugs zu einer Organisation vorstellen.

Erinnerung an Testamentsspender am Friedhof Südwest
Anlässlich Allerheiligen kamen Vertreter der Initiative Vergissmeinnicht am Friedhof Südwest zusammen. Als Zeichen des Danks und in Erinnerung an die Testamentsspender wurden gemeinsam Kerzen in Form eines leuchtenden Vergissmeinnichts angezündet.

Testamentsspenden in Österreich
Rund 60 Millionen Euro betrugen 2017 die Testamentsspenden zugunsten gemeinnütziger Organisationen. Dies sind beinahe 10 % des gesamten Spendenaufkommens in Österreich. „Jeder 10. Spendeneuro wird also mittlerweile über Testamente gespendet!“, zeigt sich Günther Lutschinger beeindruckt.


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